Der europäische Basketball und seine Zukunft

Der europäische Basketball hat immer noch einen schwierigen Weg vor sich. Viele Menschen erwarten jedoch, dass sich dies bald zum Besseren wenden wird.
Der europäische Basketball und seine Zukunft

Letzte Aktualisierung: 10. März 2021

Aufgrund der Art und Weise, wie sich der europäische Basketball in den letzten Jahren entwickelt hat, scheint es klar, dass die großen Ligen nach einem Weg suchen, sich dem amerikanischen Wettbewerbsmodell anzunähern. Das ist gut so, denn es ist ein Beispiel dafür, wie man die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität der Institutionen sicherstellen kann. Und gleichzeitig zu einer weltweiten Referenzgröße wird.

Um sich an das Vorbild der NBA anzugleichen, wurde im Februar 1958 der sogenannte European Champions Cup gegründet, der von der FIBA organisiert wird. Offensichtlich in dem Versuch, dem so erfolgreichen Fußball-Pendant nachzueifern.

Indem sie ihren extrem erfolgreichen Namensvetter UEFA imitierte, wollte die FIBA Europe den Thron der besten Weltliga besteigen, den die NBA nach wie vor innehat und schon immer innehatte.

Dieser erste kontinentale Wettbewerb begann zu jener Zeit und fand bis zur Saison 1999/2000 statt; dem Datum, an dem die bekannte EuroLeague startete. Ab hier begannen die Probleme, die bis heute andauern.

Die FIBA hatte den Namen “EuroLeague” nicht registrieren lassen, obwohl sie ihn seit 1996 verwendete. Infolgedessen war es kein Problem, dass ein privates Unternehmen diesen Namen übernahm. Der größte Verband der Welt hatte keinerlei rechtliche Handhabe, um dagegen vorzugehen.

Der europäische Basketball – ein schwieriger Weg

Der europäische Basketball - FIBA
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Angesichts dieser Situation hatte der Internationale Verband keine andere Wahl, als einen neuen Namen für seine Europameisterschaft zu suchen. Folglich gab es in der Saison zwei kontinentale Wettbewerbe: die SuproLeague (der frühere European Cup) und die EuroLeague.

Die Teams, die zu diesen Wettbewerben eingeladen wurden, beteiligten sich ebenfalls an dem Disput und teilten ihre Teilnahme unter beiden Wettbewerben auf.

Da es zwei Wettbewerbe gab, gab es im Sommer 2000 folglich auch zwei Meister: die Maccabi Elite in der SuproLeague und Virtus Bologna in der EuroLeague.

Die Verantwortlichen der beiden Wettbewerbe erkannten die Notwendigkeit, sich zu vereinigen. Aufgrund der starken Stellung der EuroLeague schlossen sich die Teams, die an der SuproLeague teilgenommen hatten, ab der Saison 2000/2001 ebenfalls der EuroLeague an

So schlossen sie eine Vereinbarung, nach der die FIBA für die Organisation der internationalen Ligawettbewerbe – Eurobasket, Mundobasket und JJOO – verantwortlich war, während die EuroLeague für die kontinentalen Clubwettbewerbe – EuroLeague und ULEB – zuständig war.

Wettbewerbssystem

Nachdem wir dir kurz den schwierigen Weg aufgezeigt haben, den der europäische Basketball zurücklegen musste, wollen wir dir noch einige Informationen über das Wettbewerbssystem sowie dessen Änderungen geben.

Die EuroLeague führt diese Änderungen schrittweise ein, um die wirtschaftliche Rentabilität zu steigern. Dies macht den Wettbewerb für die Teams attraktiver und zieht mehr Fans an. Zweifellos besteht das langfristige Ziel erneut darin, den Status der NBA zu erreichen.

Der europäische Basketball: Das Champions League-Modell

In seinen Anfängen bestand der kontinentale Wettbewerb aus 24 Teams. Sie wurden in vier Gruppen zu je sechs Teams aufgeteilt. Die besten vier aus jeder Gruppe qualifizierten sich für eine zweite Gruppenphase, die aus vier Gruppen zu je vier Teams bestand.

Der Sieger und das zweitplatzierte Team jeder Gruppe qualifizierten sich für das Viertelfinale. Hier standen sich diese Teams in fünf Spielen gegenüber. Anschließend kämpften die vier besten Teams um den Titel.

Obwohl dieses Modell für die Zuschauer erschöpfend und unattraktiv war, wurde es für mehr als zehn Spielzeiten praktiziert.

Da die Zuschauerzahlen – sowohl das Fernsehpublikum als auch die Zuschauer vor Ort – zwischen der ersten Phase des Wettbewerbs und der Runde der letzten Vier deutlich abnahmen, begannen die Verantwortlichen der EuroLeague darüber nachzudenken, wie sie den Wettbewerb verbessern könnten.

Der europäische Basketball - Spielszene
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Gemischtes Modell

Zunächst hatte die Suche nach einem attraktiveren Wettbewerbssystem für die Zuschauer keinen Einfluss auf die Anzahl der Teams, die an der EuroLeague teilnehmen würden.

Daher starteten nach wie vor 24 Teams in den Wettbewerb. Darüber hinaus blieb auch die Aufteilung in vier Sechsergruppen bestehen. Aber in einer zweiten Phase wurde die Aufteilung geändert und es gab fortan nur zwei Gruppen mit je acht Teams.

Dieses System trug dazu bei, dass sich die Zahl der attraktiven Duelle erhöhte. Infolgedessen stiegen die durchschnittlichen Zuschauerzahlen (sowohl in den Stadien als auch an den Bildschirmen) an.

Aber die Version 2.0 der EuroLeague war nicht von langer Dauer. Die Vorteile, die im Vergleich zum bisherigen Modell beobachtet wurden, beschleunigten die Entwicklung, die die EuroLeague anschließend durchlaufen sollte.

Der europäische Basketball: Das Modell „Europäische Superliga“

Nach diesem Entwicklungsprozess wurde beschlossen, die Teilnehmerzahl auf 16 zu reduzieren, folgendermaßen aufgeteilt:

  • 11 qualifizierte Teams, bekannt als Lizenz A.
  • 5 Teilnehmer, die je nach sportlichen Umständen variieren würden – Lizenzen B, C und D.

Alle Teams treten nun in einer einzigen regulären Phase gegeneinander an. Davon qualifizieren sich acht Teams für das Viertelfinale. Vier Teams spielen die letzten Vier aus, indem sie eine Serie von Best-of-Five-Spielen austragen.

Dieses System ist seit der Saison 2016/2017 in Kraft. Obwohl es noch nicht sehr lange praktiziert wird, hat es seine Effektivität bereits bewiesen – dank der hohen Anzahl ansprechender Spiele, die jeden Tag stattfinden.

Darüber hinaus belohnten die Fans dies auch in Form von Konsum, was neben der Vereinbarung mit IMG seit dem Jahr 2015 zu einer erheblichen Umsatzsteigerung geführt hat.

Korb von oben
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Der europäische Basketball: Künftige Schritte

Hinsichtlich der Perspektiven, die der europäische Basketball hat, stellt sich die Frage nach den zukünftigen Schritten. Oder besser gesagt: Welche Maßnahmen sollte der europäische Basketball ergreifen, um ein adäquater Gegner für die NBA zu werden?

Die Wirtschaftskraft des amerikanischen Wettbewerbs ist das wichtigste Kapital des europäischen Basketballs, wenn es darum geht, Talente für die Liga zu gewinnen. Um Gleichwertigkeit zu erreichen, muss jedes Jahr eine geschlossene Liga mit festen Teams etabliert werden.

Dieses Format könnte Sponsoren und Kapital für die teilnehmenden Teams anziehen. Infolgedessen ist es durchaus möglich, langfristig mit der besten Liga der Welt zu konkurrieren. Aber hieraus wird ersichtlich, dass dies eine Verringerung der Macht bedeuten würde, über die die nationalen Ligen derzeit verfügen. Sie würden praktisch zu einem “Steinbruch” für die Teams werden, die um den authentischen Wettbewerb kämpfen.

Allerdings würde diese geschlossene Liga, zu der die sportlichen Meriten keinen Zugang hätten, nur schwer in unser Wettbewerbsrecht passen; denn die Standards, die das Europäische Parlament genehmigt, würden eine spezielle Ausnahme erfordern.

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